
Nach einem kurzen Aufenthalt in kunming und je einem dicken Sonnenbrand auf unseren Nasen führte der weg weiter nach lijiang, in Richtung Tibet. Lijiang, dessen Altstadt sich teil des weltkulturerbes nennen darf, wurde als Siedlung des Volkes der naxi gegründet, die auch heute noch hauptsächlich in der dieser Gegend siedeln. Die rund 300000 naxi, dessen Schrift "dongba" an ägyptische Hieroglyphen erinnert, leb(t)en traditionell in einer matriachalischen Gesellschaft. Leider, wie schon in dem Beitrag zu chinesischen Minderheiten angedeutet, werden auch die naxi nur als touristische Attraktion respektiert. Die an sich wunderschoenen alten Gassen, die entlang vieler kleiner baeche die stadt durchziehen, quillen vor souvenirshops förmlich über, kaum kann man einen fuss vor den anderen setzen ohne sich ungeschickt auf einem der unzähligen Fotos zu platzieren.

Ich kann mir kaum vorstellen, dass Naxi-Frauen traditionellerweise 12 Stunden täglich tanzend auf dem lokalen Marktplatz erbringen und ihre Männer wild schreiend durch die strassen reiten...
Der nötigen Ruhe, die in chinesischen Städten oft fehlt fanden wir auf einer
drei-taegigen Wanderung in die " Tiger leaping gorge", einer der tiefsten Schluchten der Welt. Felix, ein alter Zivikollege, der sein Glück in Korea versucht gesellte sich überraschenderweise zu uns. Wir wanderten so weit die Fuesse uns trugen, jeden Tag, über uns der blaue Himmel und die Gipfel der schneebedeckten berge und 4000 Meter tiefer der Yangtse, ganz wild und grün vom Gletscherwasser. Nachts suchten wir Unterschlupf in den kleinen, völlig von der Außenwelt isolierten Bauernsiedlungen und trunken viel Bier! nach 60 kilometern kann der geruch meiner schuhe nicht mehr mit stinken beschrieben werden. geht auch gar nicht mehr weg...

bald darauf fuhren wir wieder Richtung Süden, nach Dali, das ich wegen langwieriger reisevorbereitungen leider nur wenig geniessen konnte. morgen geht mein flieger nach Hongkong, zugtickets gibt es in den naechsten 10 tagen gar nicht. Guillaume bleibt wohl laenger in der Gegend, will sich vielleicht als Englischlehrer oder kellner versuchen. ja, der abschied viel nach 2 Monaten nicht einfach, aber ich freue mich auf hongkong, shanghai und dann bald Japan.

mehr fotos gibt es wieder hier:
http://picasaweb.google.com/MoritzSommer